Der Ursprung der Thai-Massage

Die Thai-Massage stammt, wie der Name bereits vermuten lässt, aus Thailand. Dort wird sie als "Nuad Phaen Boran" bezeichnet, was übersetzt so viel bedeutet wie „uralte heilsame Berührung“. Die Thai-Massage ist vor über 3000 Jahren entwickelt worden und leitet sich aus dem traditionellen Yoga ab. Sie beinhaltet zum Beispiel Positionen, in denen der Körper gestreckt wird, was sich auch nur auf Teile des Körpers beziehen kann. Außerdem gibt es dehnende Bewegungen sowie die Mobilisation der Gelenke. Einen wichtigen Teil der Thai-Massage machen zudem die Massageanteile der Druckpunkte aus.

Die Thai-Massage wirkt gesundheitsfördernd und angenehm auf Körper und Psyche, da gestörte bzw. blockierte Körperenergien wieder zum Fließen gebracht werden. Sie kann schmerzhafte Blockaden aufheben, die durch Anspannung oder Stress entstanden sind.



Disharmonische Körperabläufe, beispielsweise an Gelenken, Nerven oder Blutbahnen, werden positiv beeinflusst, da Nerven, Blut- und Lymphzirkulation stimuliert und reaktiviert werden. Dehnungs- sowie Entspannungsübungen runden diese regenerierende und harmonisierende Technik ab.



Die Massage ist im Vergleich zu anderen Massagearten eher kraftvoll, darf aber dennoch niemals schmerzhaft sein. Sie sollten in jedem Fall Bescheid sagen, wenn Ihnen die Behandlung Schmerzen bereitet und die Massagegriffe zu stark sind.

Doktor Jiwaka Komaraphat

Doktor Jiwaka Komaraphat war ein angesehener Doktor, dessen Leben ausführlich in buddhistischen Schriften
beschrieben wird. Wobei der grössere Teil der Studenten, die sich mit der traditionellen Thai Medizin und Thai-Massage befassen, mit diesen vertraut sind. Er wird in der thailändischen Tradition gemeinhin als der Vater der traditionellen Thai-Medizin angesehen, obwohl seine Verbindung zu dieser - und im speziellen zur Thai Massage - eher fragwürdig ist. Demnach sind die nachfolgenden Zeilen über sein Leben so, wie man sie in der Vinaya Mahawak, den alten buddhistischen Schriften aufzeichnete. Es geht hier jedoch keinesfalls darum, ein Urteil über Doktor Jiwaka Komarphats wahres Tun zu fällen, sondern
darzustellen, wie die traditionelle Thai Medizin im buddhistischen Zusammenhang entstand.

 

Zur Zeit, als Buddha in Indien lebte, existierte eine Stadt mit dem Namen Rajghir, welche vom König Pimpisara regiert wurde. Sarawadee wiederum war eine wohl bekannte Dirne von Rajghir. Aus Angst um ihr florierendes Geschäft verheimlichte sie ihre Schwangerschaft, bis sie
eines Tages einem gesunden Knaben das Leben schenkte. Sie legte ihn in einen Bambuskorb und schickte ihre Dienerin mit dem Auftrag los, diesen heimlich auf
der städtischen Schutthalde zu deponieren.

 

Am selben Morgen war der Sohn des Königs, Prinz Apai, auf dem Weg zum Palast, wie ihm eine Schar Krähen auffiel, die sich, nervös auf und nieder flatternd, krächzend um einen alten Korb stritten. Er erkundigte sich bei den umstehenden Leuten: „Sagt, kennt ihr den Grund für das seltsame Verhalten der Vögel?“ Sie erwiderten: „Oh Majestät, dort liegt ein Neugeborenes.“ „Lebt es denn noch?“ fragte der Prinz weiter. „Ja Majestät, es ist wohlauf.“ „Dann lasst es zu mir in den Palast bringen, wo sich ein Kindermädchen seiner annehmen wird.“ So geschah es, und der Knabe erhielt den Namen Jiwaka (lebend) Komaraphat (das adoptierte Kind des Prinzen).

 

Später, wie er älter war, überlegte er sich, welcher Beruf seiner Familie wohl am meisten Nutzen brächte und entschied sich dafür Medizin zu studieren. Er reiste zu der Stadt von Taxila, um Doktor Tisapamoke zu treffen. Er bekam dessen Genehmigung bei ihm zu lernen und arbeitete dafür als Gegenleistung für ihn, bis er sein Studium nach sieben Jahren erfolgreich abschloss. Gegen Ende des siebten Jahres fragte er seinen Mentor, ob da noch mehr für ihn zum Lernen sei? Darauf drückte ihm Doktor Tisapamoke einen Spaten in die Hand, mit dem Auftrag rund um die Stadt zu graben und alles, was nicht zu Heilzwecken verwendet werden konnte, heran zu
bringen. Doch der kehrte mit der Begründung, dass eigentlich alles, was er fand, einen medizinischen Zweck erfüllte, mit leeren Händen zurück. Von dieser Antwort befriedigt gab ihm sein Lehrmeister den Segen und schickte ihn in die Welt hinaus, um als Doktor zu praktizieren.

 

Auf dem langen Weg nach Hause behandelte er mit großem Erfolg viele Patienten und sein berühmter Name eilte ihm weit voraus. Eines Tages erkrankte König Pimpisara, der Vater seines Stiefvaters, an Hämorrhoiden worauf auch der durch die medizinischen Künste Jiwakas schon bald Genesung fand. Der König war so begeistert, dass er fünfhundert von seinen Palastdienerinnen damit beauftragte, dem Doktor ihre Juwelen als Geschenk vor
dessen Füße zu legen. Doch der verzichtete großzügig auf die königliche Gabe und anerbot ihm stattdessen seine Dienste. Der König wiederum erhob ihn dafür in den Stand des königlichen Hofarztes um den Patienten am Hof, Buddha und seinen Jüngern zu dienen.

 

Während seiner Amtszeit praktizierte er viele verschiedene Behandlungsmethoden. Bei einer Gelegenheit wünschte Buddha seinen Körper von Unreinheiten mittels Abführmittel zu reinigen. Phra Ananda, ein naher Schüler Buddhas, erkundigte sich bei Jiwaka nach einer geeigneten Medizin. Der Doktor unterwies Phra Ananda, Buddhas Körper zuerst für zwei bis drei Tage zwecks Erfrischung zu waschen. In der Zwischenzeit präparierte er ein Abführmittel, indem er drei Lotusstängel mit diversen geräucherten Kräutern füllte. Nach dem Fertigstellen der Präparate präsentierte er diese Buddha mit dem Rat: „Inhaliere einen dieser Stängel und deine Eingeweide werden sich zehn Mal entleeren.“ So verabschiedete sich der Arzt mit der Gewissheit, dass Buddha seine Gedärme insgesamt dreißig Mal entleeren kann. Aber durch die große Menge von Giften, die sich in Buddhas Körper angesammelt hatten, konnte er bloß neunundzwanzig Mal dem Ruf der Natur folgen. Was er benötigte, war ein  warmes Bad. Die Gedanken Jiwakas erahnend, beauftragte er seinen Schüler Phra Ananda das Wasser zu erhitzen und siehe da … der dreißigste Stuhl entleerte sich. Im Weiteren empfahl ihm der Arzt sich der Mahlzeit mit gekochter Gemüsebrühe zu enthalten, bis sich sein Körper wieder stabilisierte. Ungeachtet dessen, dass Dr. Jiwaka nie zum Mönch ordiniert wurde, segnete ihn Buddha als einen außergewöhnlichen Buddhisten.

 

Diese Geschichte von Dr. Jiwaka Komaraphat, dargestellt in der Tripitaka (Buddhist Kanon), zeigt, dass er während Buddhas Leben als ein großartiger Arzt anerkannt wurde. Wie auch immer, er ist nirgends in den Massage-Schriften erwähnt, die zur Behandlung und Heilung verwendet werden. Außerdem gibt es keinerlei klare Erklärungen wie seine Lehren von der traditionellen Thai-Medizin nach Thailand gelangte … obgleich der Buddhismus Thailand beeinflusste und sich dort ausbreitete.